← The Kurious Letter
Der Kurious Letter
·
3
·
20/2/2026

Analog Podcast Hören & Careless People 🐶

Iris über die Leidenschaft fürs (analoge) Podcasthören und das Meta-Enthüllungsbuch „Careless People".

Freitags ist Kurious Letter Tag!

Und heute kommt die Freitagspost von mir, Iris.

Mein Kollege Andreas und ich schreiben hier immer abwechselnd darüber, wie wir versuchen, mehr Neugierde in unser Leben zu bringen und dem Doomscrolling damit (hoffentlich) immer wieder einen Schritt weiter zu entkommen.

Ihr bekommt hier Podcast oder Buch-Empfehlungen, manchmal auch Challenges oder konkrete Ideen für das analoge Leben, und jedenfalls einen Einblick darin, was uns gerade beschäftigt.

Wer uns schreiben will: Ihr erreicht uns unter hallo@thekuriousmag.com und auf Whatsapp unter 0043-676-6713997!

Heute: (1) Analog Podcasthören (2) Careless People

(3) Aktuell im The Kurious Radio

Die Fotos in diesem Newsletter sind von Chantal Reins, eine Künstlerin aus den Niederlanden. Ihr Instagram-Kanal heißt: Katzen und Hunde hinter Fensterscheiben

Wer uns bis Montag Abend schreibt, kann noch einen ihrer Kalender gewinnen. Voraussetzung: Ihr schenkt ihn weiter :) hallo@thekuriousmag.com

Bild aus dem Newsletter

1. Analog Podcast Hören

Podcast-Hören war für mich lange Zeit absolute Leidenschaft. Ein Mittel, um runterzukommen und um etwas Neues zu entdecken. Die ersten Podcasts, die aus den USA in meine Kopfhörer schwappten, waren Serial, Radiolab und This American Life. Alle drei hochwertigst produzierter Audiocontent vom Feinsten.

Ich weiß nicht, was genau es war, das mich so hookte, dass ich stundenlang unter meinen Kopfhörern verbrachte – ob es das neue Format (Audiostories! Zum Streamen!) war oder dass ich selbst einfach jünger war und mehr Zeit hatte oder die Tatsache, dass ich gerade eine Trennung durchmachte und somit glücklich war, am Balkon eines Freundes zu sitzen, in dessen Wohnung ich vorübergehend gezogen war, um eine Podcast-Serie nach der anderen zu bingen. Wahrscheinlich alles davon.

Und dann habe ich noch dazu den langweiligsten Nebenjob der Welt angenommen und wiederum Hunderte Stunden Audiocontent gehört.

This American Life war da immer mit dabei. Und deshalb hat dieser Podcast für mich auch einen gewissen melancholischen oder nostalgischen Wert.

Umso seltsamer war es dann, eines viel späteren Tages oder besser gesagt Abends, mich in einer eher ungewöhnlichen Podcast-Hör-Situation wiederzufinden. Ich wollte am Abend meiner Partnerin von einer spezifischen Episode erzählen. Und weil meine Erzählleistung wirklich ungenügend war, setzten wir uns an den Küchentisch, stellten die Boombox auf und ließen das Radio laufen. Wir schauten in die Luft, uns gegenseitig an, manchmal machten wir Kommentare oder lachten gemeinsam. Wir saßen da, eine ganze Stunde lang, ohne auf irgendeinen Screen zu schauen, und … hörten zu. Ich glaube, für mich war das Seltsamste an dieser Situation, das Podcast-Hören zu einem sozialen Erlebnis zu machen. Davor war es etwas, das meines war. Ich und die Hosts, die Erzähler:innen, waren über Kopfhörer verbunden, von der restlichen Welt abgeschirmt.

Die Podcasts selbst waren etwas, worüber ich im Nachhinein auf Partys oder jetzt eben im professionellen Umfeld spreche. Aber keine Sache für ein Date.

Dieser Abend war anders. Und ich kann es sehr empfehlen. Eigentlich – während ich das hier so schreibe – empfehle ich es am besten auch mir selbst. Um das wieder mal zu machen.

Die Folge, die wir damals gehört haben, ist mir auch in Erinnerung geblieben. Es ist eine sehr, sehr lustige Weihnachtsfolge, die mit einem ehemaligen Gefängniswärter beginnt, der eher neurotisch versucht, der beste Weihnachtsmann zu sein. 787: Baby's First Christmas

www.thisamericanlife.org/787/transcript

Noch etwas später gelernt: andere Menschen machen das Podcast-Hören zu einem Event unter Freund:innen.

Podcast-Zirkel, so habe ich noch mal später erfahren, sollen tatsächlich ein Ding sein. Eine Bekannte erzählte, dass sie sich immer in einer Gruppe von Freund:innen getroffen hätte, um gemeinsam einen Philosophie-Podcast zu hören und danach darüber zu diskutieren. Leider hat das Leben diese Freundschaften getrennt und damit den Kreis aufgehoben. Aber wer weiß, wer sich in Zukunft daran erinnern und ein Revival initiieren wird?

Nun, falls ihr selbst Teil solcher Podcast-Zirkel seid, ob zu zweit oder in einer größeren Gruppe, oder jemanden kennt, der oder die Erfahrungen damit hat, dann schreibt mir doch bitte! Ich bin sehr gespannt!

Bild aus dem Newsletter

2. Careless People

Und dann beschäftigt mich noch etwas, das ich hier auch noch teilen möchte: die Diskussion um Social Media nämlich. Denn zum ersten Mal in meinem Leben erfahre ich mit dem Account von The Kurious Magazine, welche positiven Auswirkungen Social Media haben kann. Uns erreichen Menschen, die das Magazin am Kiosk entdecken oder auf Instagram, die ihre Geschichten mit uns teilen und sich mit uns verbinden. Und wir verbinden uns mit ihnen.

Und damit beginnt hier etwas zu entstehen und zu wachsen, das meiner absoluten Wunschvorstellung für das Kurious Mag. entspricht.

Und trotzdem ist klar, wie unfassbar furchtbar Social Media im Allgemeinen und Meta im Speziellen ist.

Über den Sommer habe ich ein Buch gelesen, das mir seltsamer Weise sehr selten im deutschsprachigen Raum unterkommt, wenn es um Social Media geht. Es wurde von einer ehemaligen Managerin geschrieben, die sehr naiv zu Facebook gekommen war, um dann ziemlich nah dran zu sein an den obersten Leuten bei Facebook/Meta.

Careless People, so heißt das Buch, und es steckt schon alles in diesem Titel drin. Wer einen Einblick haben möchte: ich kann es sehr empfehlen. Es liest sich sehr einfach und untermauert die furchtbarsten Vermutungen, die man über die Chef-Etagen von Facebook/Meta nur haben kann.

Eine Stelle möchte ich hier noch direkt zitieren, weil ich sie selbst immer wieder in Gesprächen hervorkrame. Es ist nicht die unmoralischste Stelle, aber eine, die sehr nahe an uns und unserem Alltag dran ist.

Bild aus dem Newsletter

Aber davor noch eine kurze Empfehlung für unseren Podcast The Kurious Radio!

Bild aus dem Newsletter

Wer 3. eine aktuelle Podcast-Empfehlung braucht:

Im The Kurious Radio geht Ilona diese Woche – in einem sehr lustigen Selbstversuch – auf die Suche nach neuen Freundschaften.

Hier ist der Link dazu:

Wie findet man Freund:innen? Ein Selbstversuch in London

...

Wenn ihr selbst Tipps für ein analoges Leben habt, die ihr gerne teilen wollt, dann schreibt uns doch bitte! Entweder per Mail an

hallo@thekuriousmag.com

Oder schickt uns eine Sprachnachricht per Signal oder WhatsApp an

0043-676-6713997

...

Und damit zurück zu den Careless People, den gleichgültigen (?), den fahrlässigen (?) Menschen:

Careless People. A Cautionary Tale of Power, Greed, and Lost Idealism von Sarah Wynn-Williams

Auf Seite 335, im Kapitel Emotional Targeting beschreibt Sarah Wynn-Williams, dass eine Studie, die Facebook/Meta über sich selbst in Auftrag gegeben hat, an die Australische Presse leakt und dort Kritik laut wird.

Die Studie beschreibt, dass Meta Werbung verkauft, die an Teenager ausgespielt wird, genau in dem Moment in dem sie ein Selfie von sich löschen. 13-17 Jährige bekommen also Beauty-Produkte oder Abnehmprodukte zu sehen, in einem Moment, in dem sie sich selbst nicht "sehen" können.

Was danach passiert?

"This prompts other team members to (...) reveal other examples they know of. Facebook targets young mothers, based on their emotional states, and targets racial and ethnic groups—for example, “Hispanic and African American Feeling Fantastic Over-index.”

Es wird ein Statement verfasst, das die Wogen glätten soll.

Das Statement:

"On May 1, 2017, The Australian posted a story regarding research done by Facebook and subsequently shared with an advertiser. The premise of the article is misleading. Facebook does not offer tools to target people based on their emotional state.

The analysis done by an Australian researcher was intended to help marketers understand how people express themselves on Facebook. It was never used to target ads and was based on data that was anonymous and aggregated."

Intern passiert folgendes:

"I take a couple of days off for a family trip and to celebrate Xanthe’s birthday, and the response team continues on without me. I’m glad to miss it.

One of the top ad executives for Australia calls me late one night to complain. Why are we putting out statements like this? he wants to know. “This is the business, Sarah. We’re proud of this. We shout this from the rooftops. This is what puts money in all our pockets. And these statements make it look like it’s something nefarious."

...

Den Rest könnt ihr selbst nachlesen.

Schönes Wochenende & alles Liebe,

Iris

Fix your Anlog! - Notiz an mich selbst:

  • Wieder mal eine Podcast-Episode gemeinsam hören!
Lass uns zusammen Neugierig sein!