← The Kurious LetterDer Kurious LetterHallo, liebe Kurious-Menschen!
Heute kommt die Freitagspost von mir, Iris. Mein Kollege Andi und ich wechseln uns hier wöchentlich ab, um euch vor dem Wochenende mal mehr, mal weniger tiefgründige Gedanken darüber ins Postfach zu schicken, wie man mehr Abenteuer und Neugierde ins Leben bringt — plus Empfehlungen für Podcasts, Bücher und hin und wieder auch die ein oder andere Challenge.
Während ich euch letztens von meinem großen Abenteuer einer Straight Line Challenge erzählt habe und voller Enthusiasmus davon gesprochen habe, wie man mehr Spaß ins Leben bringen kann, bin ich heute eher melancholischer unterwegs. Denn manchmal sitzt der Weltschmerz im Herz und da wird’s einfach nicht so flockig, wie ich das gerne hätte. Ich hoffe, ihr lest trotzdem weiter. Denn wer weiß? Vielleicht sind wir am Ende Ameisen und alles ist gut ;)

Auf meiner Möglichkeitsliste für den Newsletter standen:
* Was uns Diskussionen (die öffentlichen und die privaten) über die Frage nach (werdenden) Teenagern und ihren Smartphones über uns selbst erzählen.
* Wie macht man ernsthaft Pause?
* Sucht
Ihr seht, ich habe nicht gelogen. Alles feine, aber doch eher harte Themen. Natürlich hätte ich versuchen können, die Dinge abzuwägen, kluge Stimmen aus Podcasts und Zeitungen zu zitieren und darin meine eigene Meinung und Erfahrung einzubetten ...
Aber nicht heute. Heute will ich etwas anderes ausprobieren.
Denn ursprünglich, als wir darüber nachdachten, was hier im Newsletter zu lesen sein könnte, waren unsere Ideen auch sehr praktikabel: Wie wäre es mit einem eigenen Newsletter, der wie ein Reminder funktioniert? Die Idee war, dass man eine Mail bekommt, in der steht:
Kauf heute deiner Freund:in Blumen.

Mehr nicht.
Man könnte das wörtlich nehmen. Oder im übertragenen Sinn. Man könnte das „deine“ in „deine Freund:in“ interpretieren, wie man möchte. Man könnte es durch eine andere Person austauschen, und es lesen als: „Kauf heute deine:r Mitbewohner:in Blumen.“
Aber die grundsätzliche Idee war, dass wir uns selbst und alle Leser:innen daran erinnern, eine nette Geste in die Welt zu setzen, vollkommen random.
Etwas komplizierter wurde es dann, als wir versuchten, mehrere solcher E-Mails aufzusetzen.
Ruf deine Mutter / deine Tante / deinen Onkel / deinen Vater / deine Freund:in an.

Welche Personen zählt man da auf? Nur eine oder mehrere? Und wer weiß, welche Beziehungen ihr zu euren mehr oder weniger nahestehenden Familienmitgliedern pflegt? Ob sie noch leben, wo sie leben und ob man damit nicht automatisch Wunden aufreißt?
Wie formuliert man das anders?
So?
Ruf heute eine Person an, die du im Herzen gern magst, bei der du dich aber schon länger nicht mehr gemeldet hast.

Diese Idee, zu einem zufälligen Zeitpunkt die Aufforderung zu bekommen, jetzt eine Person anzurufen, die einem (eigentlich) nahe steht, geisterte mir im Kopf herum, als ich – nun schon vor einigen Monaten – mit Leonie-Rachel über ihre Kolumne in Issue #1 vom Kurious Mag sprach. Sie schreibt darin über Freund:innen und Freundschaften und dass man sich doch bitte Rituale schaffen müsse – Freundschaftsrituale oder Rituale zwischen zwei oder mehreren Personen. Ihr fehlte noch ein Ende für die Kolumne, und mein Textvorschlag war: Greif doch zum Telefon und ruf eine alte Freundin an. Ihre Antwort? Ich zitiere euch hier einfach die Kolumne:

"Würd’ ich euch nun raten, einfach mal wieder einer alten Freundin zu schreiben, dann wäre das nur der erste Schritt. Da bin ich ein bisschen vorsichtig. Studien zeigen nämlich, dass reine Kommunikation oft keine tiefe Bindung auslöst. Es ist eben etwas anderes, sich gemeinsam zu erleben oder Rituale zu teilen, da entsteht die Verbindung, die Freundschaften trägt.
Einfach nur auf einen Kaffee zu gehen und sich zu erzählen, wie das Leben läuft, reicht oft nicht, weil es keine aktive, gemeinsame Erfahrung ist. Und genau deshalb müssen wir hier Dinge neu erfinden. Erlebnisse und damit gemeinsame Erinnerungen schaffen."
LEONIE-RACHEL SOYEL - KURIOUS MAGAZINE #01, S.011
Ich selbst bin absolut kein gutes Vorbild darin, diesen Ratschlag im Leben umzusetzen. Aber ich bemühe mich. Mit meiner Mama zum Beispiel, zu der ich lange Zeit eine sehr schwierige Beziehung hatte. Seit ihre Mutter, meine Oma, gestorben ist, rufe ich sie jeden Sonntag an. Oder sie mich. Da ging es anfangs noch sehr viel um die Oma, um das Begräbnis und um die Umstände rundherum. Aber irgendwann haben sich auch andere Themen eingeschlichen. Manchmal ganz banaler Gossip, manchmal aber auch emotionale Dinge. Oft ist es einfach ein Update ihrerseits. Aber, es ist ein Ritual geworden, das vor einigen Jahren noch völlig unmöglich erschien.
Wie würde ich mich selbst dazu auffordern?
So?
Beginne ein Ritual mit einer Person, indem du eine Sache zur immer gleichen Zeit tust.

Zum Beispiel einer / deiner Freund:in / Mitbewohner:in / Oma / Nachbar:in Blumen schenken ...
...........
Habt ihr Rituale mit einer Person? Und wenn ja, welche? War es eine Entscheidung oder seid ihr da hineingerutscht? Ich freue mich, wenn ihr mir davon erzählen wollt:
hallo@thekuriousmag.comoder auf Whatsapp
Ich bin gespannt!
Einen Podcast will ich euch noch empfehlen, der super cute ist: INSECT INSIGHTS heißt er und er ist auf Englisch mit einem Hauch von französischem Akzent. Eigentlich ist es ein Wissenschaftspodcast, aber man könnte ihn auch als Meditationspodcast verwenden, denn die Stimmung ist: schön, wholesome und eben cute.
Max Aubry steckt dahinter – ihr könnt ihn auch hier auf dem Foto sehen. Er ist Entomologe und zählt zu den Kurious Menschen der ersten Stunde.
Worum geht’s?
Statt trockener Fakten hörst du hier Geschichten. Max leitet uns an, uns in die kleinen Tierchen, sprich: Insekten, hineinzuversetzen.
So hört sich ein typischer Anfang einer Insect Insights Episode an:
Picture yourself on the shore of a lake, catching the sun. Rays of sunshine warm up your body, keeping you ready for action.
[Lake Mono soundscape fades in]
Wer weiterhören will, hier ist der Link:

Neue Podcastfolge online: Auf, ins Papyrusmuseum!
In unserem Podcast „The Kurious Radio“ gibt’s heute eine Folge, in der Sandra Geschichten aus dem Papyrusmuseum mitbringt: Von Gossip, über betrogene Ehefrauen bis zu Quittungen über Schafe ist alles dabei, was das Herz begehrt.
Und hier geht's zum Papyrusmuseum!
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