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Der Kurious Letter
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6/3/2026

Selbsterkenntnisse während ich dem Matterhorn zuhöre 🏔️

Eine Selbsterkenntnis im dunklen Kino – und was es heißt, dem Matterhorn zuzuhören.

Hallo, zum The Kurious Letter!

Die Freitagspost für ein neugierigeres, doomscrollfreieres Leben.

Ihr bekommt hier Podcast- oder Buch-Empfehlungen, manchmal auch Challenges oder konkrete Ideen für das analoge Leben und einen Einblick darin, was uns gerade beschäftigt.

Heute kommt die Post von mir, Iris. Mein Kollege Andreas und ich (wir beide sind Herausgeber:innen des Kurious Mag.) schreiben hier immer abwechselnd.

Und: Wir freuen uns, wenn ihr zurückschreibt! Wenn ihr uns von euren Herausforderungen oder Leidenschaften erzählt. Letztens waren das zum Beispiel Rodja, Hauke und eine andere Iris :)

Ihr erreicht uns unter hallo@thekuriousmag.comund auf Whatsapp unter 0043-676-6713997!

Und was erwartet euch heute?

(1) Ein dunkles Kino und eine Selbsterkenntnis

(2) Dem Matterhorn zuhören

(3) mit Kopfhörern durch die Stadt

(4) Podcast-Empfehlung: Alaska is the Center of the Universe

Bild aus dem Newsletter

Ein dunkles Kino und eine Selbsterkenntnis

Wir denken mit dem Kurious Magazine deshalb über ein analogeres Leben nach, nicht weil wir nostalgisch zurückblicken, sondern weil wir glauben, dass uns durch den ständigen Handykonsum etwas verloren geht: leere Zeit zum Beispiel.

Zeit, bei der man einfach mal in die Luft guckt und nichts konsumiert.

Denn – sorry, das ist common knowledge, aber ich muss es kurz aussprechen – das Handy und der ständige Konsum zerrütten unsere Aufmerksamkeit.

So weit, so klar.

Seltsam ist nur zu merken, wie stark das gerade bei mir selbst der Fall ist. Am letzten Wochenende war ich nämlich in der Schweiz bei einem Podcast- und Audiofestival. Sonohr heißt es, und was man dort bekommt, ist ein volles Programm mit Audiostücken, die sehr schön und liebevoll produziert sind und eher wie Dokumentarfilme wirken, als klassische Podcasts.

Man sitzt dafür gemeinsam im Kino und hört zu, bei schwarzer Leinwand.

Keine Ablenkung möglich.

Und das war einerseits großartig, andererseits eine echte Herausforderung. Denn gerade am ersten Tag fiel es mir wahnsinnig schwer, nicht mein Handy zu zücken und einen Screen zu öffnen. Ich musste mich gegen einen körperlichen Impuls wehren, dem ich nur deshalb nicht nachgegangen bin, weil das Kino wirklich sehr dunkel und ein Handylicht sehr sichtbar gewesen wäre.

Ich lerne also Lektion #1: Ich stecke sehr viel tiefer drinnen, als mir lieb ist.

Dabei war der Inhalt, also das, was zu hören war, wirklich spannend, und auch davon will ich euch erzählen. Denn es gab einige Antworten auf die Fragen, die Lektion 1 aufwirft.

Bild aus dem Newsletter

Dem Matterhorn zuhören

Stellt euch also ein dunkles Kino mit kuscheligen roten Sitzen vor. Die Leinwand ist dunkel. Der Tag hat erst begonnen. Und dann hört ihr ein dunkles Rauschen. Die Stimmen erzählen euch, dass ihr gerade dem Matterhorn zuhört. Ihr hört, wie sich dieser 4.478 m hohe Berg bewegt. Er schwingt hin und her.

Wer will, kann das hier nachhören.

Die wissenschaftliche Erklärung ist folgende: Wissenschafter:innen haben am Matterhorn mehrere Seismometer installiert, um damit Bodenerschütterungen zu messen. Eines davon kurz vor dem Gipfel, eines am Fuße des Berges als Referenz und einige dazwischen, um ein Messnetz aufzubauen. Aus diesen Daten konnte man dann die Schwingungen ableiten und sie – durch eine 80-fache zeitliche Beschleunigung – hörbar machen.

Wer es genau haben will: „Die Messungen zeigen, dass das Matterhorn mit einer Frequenz von 0.43 Hertz ungefähr in Nord-Süd-Richtung und mit einer zweiten, ähnlichen Frequenz in Ost-West-Richtung schwingt.“

(Im Bild oben ist dieses Schwingen - so die Macher:innen der Animation "stark übertrieben dargestellt". Sie soll die Richtung der Schwingung verdeutlichen. - Ich empfehle euch hineinzuhören! hier)

Die kulturelle oder emotionale Erklärung ist, dass wir im Kino sitzen

und einem Berg zuhören.

Und das hat mich echt berührt. Die Augen zuzumachen und hinzuhören, nicht um Informationen aufzunehmen, sondern um – ihr wisst es jetzt schon – zuzuhören.

Das klingt total banal und ist das absolute Gegenteil davon.

Mehr sag ich hier jetzt gar nicht, sonst wird es zu esoterisch. Ihr könnt es selbst ausprobieren. Es ist ab sofort meine eigene Medizin, die ich in Zukunft öfter schlucken will.

Was ich noch am Festival erlebt habe?

Einen Disco-Drift, bei dem wir als Gruppe im öffentlichen Raum unterwegs waren, mit Kopfhörern am Kopf durch die wir zur gleichen Zeit die gleiche (trashige) Musik hörten und einfach tanzten. Von außen hörte man Schuhe am Untergrund, manchmal ein Yeah. Oder Oh Baby Baby!, das jemandem entfleucht ist. Wir waren über die Musik und die Kopfhörer verbunden und doch jede:r für sich. Sehr schräg, im positivsten Sinn!

Außerdem waren wir auf Audiowalks unterwegs. Das ist nichts anderes als eine geführte Tour durch den öffentlichen Raum, die man alleine oder als Gruppe über Kopfhörer hört.

Die Themen können entweder sehr spezifisch sein, z. B. eine historische Stadtführung durch ein Viertel, oder etwas philosophischer, also z. B. Anregungen geben, den öffentlichen Raum neu zu erkunden. Wenn ihr Lust habt, so etwas mal auszuprobieren, dann gibt es hier eine Sammlung davon. Du hast die Wahl aus mehr als 500 Audiotouren in 288 Städten und 28 Ländern:

de.guidemate.com

Bild aus dem Newsletter
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Wer lieber zu Hause bleiben und trotzdem verreisen will, dem empfehle ich folgende Podcast-Serie: Alaska is the Center of the Universe.

James Dommek Jr. macht sich auf die Suche nach Menschen, die ihm von alten Sagen und sagenhaften Figuren erzählen können: vom gespenstigen Hairyman und den Little People zum Beispiel. Das Schöne dabei ist, dass der Erzähler immer hin und herspringt: Zwischen seinen Kindheitserinnerungen der alten Geschichten, Begegnungn mit Menschen, die ihm mehr erzählen können, zwischen dem Mythischen und der Gegenwart.

Einziger Haken: Man muss sich bei Audible anmelden. Die Serie selbst ist gratis.

6 Episodes, 3.1 hours

Im Outside Podcast bekommt ihr aber einen Vorgeschmack: pod.link/1090500561/episode/OGZiZDRiOTQtZTU0OC0xMWVlLWFkOWUtY2I2NWU3MDBlZDlk

Und damit sage ich tschüss und bis bald!

Macht es euch schön und schreibt uns :)

hallo@thekuriousmag.com

Fix your Anlog! - Notiz an mich selbst:

  • Öfter den Bergen zuhören.
Lass uns zusammen Neugierig sein!